Agusta 109 450er

Seit dem Frühjahr 2013 fliege ich Modellhelikopter. Da ich Modellbauer bin, möchte ich ein vernünftiges Aussehen eines der Modelle haben. Nun habe ich beschlossen,  mir einen 450er Rumpf der Agusta 109 zu bestellen. Die Lackierung war leider nur in der U.S. Coast guard Version lieferbar. Das werde ich nach erfolgreichen Probeflügen am 17.7.2015 noch ändern. Da die Agusta im Original einen 4-Blatt Hauptrotor hat, musste auch dieser sein. Im Mai 2016 erfolgte der Flug mit der fertigen Agusta.

Ich möchte Scale fliegen. Da habe ich mir überlegt, einen Vayu 350 mit Vollriemenantrieb aufzubauen. Durch den Riemen kann ich mit verschiedenen Übersetzungen experimentieren.

Für den Bau des “Scaleheli” habe ich folgende folgende Artikel bestellt:

Artikel

Lieferant / Hersteller

Artikelnummer

Mechanik

Vayú 350 P

Microhelis

 

Servo Taumelscheibe

3x SH-255

Conrad / Savöx

 

Servo Heck

SH-1357

Conrad / Savöx

 

Servo Fahrwerk

2x DS 415M

Helishop Berlin / Align

 

Motor

Compact 400Z

Graupner / Völkner

7745

Regler

Brushless Control +T45

Graupner / Völkner

33745

Empfänger / FBL

GR-18 3xG+3A+Vario

Graupner / Völkner

33579

Rotorkopf / Taumelscheibe

4 Blatt Scale Rotorkopf

Cloneparts

Z610013

Rotorkopf / Taumelscheibe

4 Blatt Scale Rotorkopf

CopterX / Live Hobby

CX450BA-20-20

Rumpf

Roban Scale Rumpf Augusta A 109 Coast Guard

Cloneparts / Roban

SKR45002

Pilotenfiguren

Heli-Piloten 1/18-1/20

Causemann Flugmodellbau

ZU-Pilot-01

Rotorblätter

Scale - Spinblade 325mm

Cloneparts / Spinblade

555127

RC- Schalter

2-Kanal RC-Schalter Typ 2

MicroCharge

 

Beleuchtung

Eigenbau

 

 

Die Mechanik des Vayú 350 P von Microhelis ist sehr übersichtlich aufgebaut. Das Antriebskonzept wurde vorher mit dem Hersteller besprochen. Dieser gab auch noch Tipps welche Komponenten in Frage kommen könnten. Leider gibt es zu der Mechanik keine Anleitung. Nach einem Anruf beim Hersteller schickte er mir eine PDF-Datei. In dieser sind alle Teile als 3D - Modell dargestellt. Da die Mechanik in einen Rumpf soll, musste ich die Seitenplatten ändern. Diese sägte ich unten ab und montierte selbst hergestellte Aluwinkel. Diese Winkel werden dann mit dem Rumpf verschraubt. Hinten musste zur Anpassung der Höhe eine Unterlage angefertigt werden. Die hintere Befestigung erfolgt von unten durch den Rumpf mit einer M3 Schraube. Die vordere Befestigung erfolgt von oben mit Holzschrauben. Das schöne an der Mechanik ist, das sie sehr leise ist.

Das Heck ist für die Agusta 109 etwas zu lang. Also kürzte ich das Heckrohr auf 350mm. Den originalen Zahnriemen ersetzte ich durch einen Bando STS S2M 1066.

Bei dem Motor von Graupner sind keinerlei Angaben zur Programmierung angegeben. Meine ersten Versuche mit einer 12 Pol Programmierung  misslangen leider. Der Anlauf des Motors war sehr schlecht. Ich fragte bei Graupner nach und erhielt zur Antwort: “Stellen Sie bitte 14 Pole ein.” Seit der Änderung auf die vom Hersteller vorgegebenen Werte läuft der Motor sauber an. Den Antrieb legte ich so aus: Motorritzel 20 Zähne, HRW-Rad 110 Zähne, Heckritzel 18 Zähne. Bei der Antriebszusammenstellung komme ich rein rechnerisch bei 80% Regleröffnung auf eine Kopfdrehzahl von ca. 2000 U/min und auf eine Heckdrehzahl von ca. 12300 U/min. Durch die unsymmetrischen Blätter sollte die Drehzahl für den Auftrieb reichen.

Der Rumpf ist von der Firma Skyrush.ch (Aufdruck auf dem Karton). Bei den ersten Funktionstests des Fahrwerks fiel mir die Ungenauigkeit der Aufnahme des hinteren Fahrwerks auf. Der Höhenunterschied betrug rund 2mm. Also Fahrwerk ausbauen, die Träger raushebeln und mit einem kleinen Fräser die Stege etwas anpassen. Danach habe ich die Träger wieder eingeklebt. Als die Fahrwerke so auf dem Tisch lagen, kam ich auf die Idee die Räder außen zu montieren. Dadurch ist die Standfläche breiter und der Heli steht sicherer. Allerdings schauen die Räder im eingezogenen Zustand etwas heraus. Die vorgeschlagene Biegeanleitung zur Anlenkung des hinteren Fahrwerkes ist nicht optimal. Die Zug- und Schubkräfte auf die Fahrwerksmechanik verlaufen schräg. Der Stellhebel verbiegt sich und die Fahrwerke werden nicht bewegt! Ich änderte die Anlenkungsdrähte so, das die

Fahrwerk ausgef
Fahrwerk eingef

Stellbewegung in Flucht mit dem Stellhebel erfolgt. Die vordere Servobefestigung habe ich komplett demontiert und das Servo auf die Befestigung der Mechanik verschoben. Dieser Umbau erfolgte, da der Akku sonst kein Platz hat. Bei dem Umbau bzw. Optimierung der Fahrwerke habe ich alle zerlegt, da die Mechanik zu schwergängig ist. Mit einem scharfen Messer habe ich die Längslöcher der Führung nachgearbeitet. Nun ist die Belastung für die Servos erheblich geringer.

Nach der Hochzeit der Mechanik mit dem Rumpf merkte ich das die hintere Verkleidung so nicht zu montieren ist. Die Mechanik kann nicht viel verschoben werden, da entweder der Motor vorn oder das Heckservo hinten am Rumpf anstößt. Das Heck habe ich deshalb um etwa 12mm verlängern müssen und die Heckabdeckung an die neue Rumpfform angepasst. Als Abstandshalter und Befestigungsleisten wurde 1,5mm Birkensperrholz verwendet. Die Zwischenräume wurden mit Glasgewebe und Epxydharz laminiert. Der Rest dann mit 2K Spachtel angepasst, verschliffen und anschließend lackiert. Als Farben habe ich Tamya TS Farben verwendet.

Heck
Rumpf innenleben

Die Beleuchtung habe ich mir selbst gebaut. Die Steuerung übernimmt die C-Control Micro von Conradelektronik. Auf der Platine sind alle Vorwiderstände zum Ansteuern der LED´s enthalten. So können die LED´s direkt an die Platine angeschlossen werden. Die Betriebsspannung wird über den 1.Kanal des RC-Schalters von MicroCharge zugeschalten. An dieser Stelle werden die Positionsleuchten am hinteren Leitwerk (rot und grün) und die Weiße am Heck zugeschalten. Der 2. Kanal des RC-Schalters steuert die Anticollitionsleuchten (ACL). Diese werden mit einem Doppelblitz abwechselnd angesteuert. Sobald das Fahrwerk ausgefahren ist schaltet der Reedkontakt am vorderen Fahrwerksservo die Landescheinwerfer ein. Die Landescheinwerfer leuchten nur wenn die ACL aktiv sind.

DSC_0060

Die Platine ist fertig bestückt.. Bei dieser Schaltung habe ich darauf geachtet, das alle Widerstände, Kondensatoren, Schutzschaltungen, Treiber, Spannungsregler und der PIC auf einer sehr kleinen Platine ihren Platz finden. Den Spannungsregler habe ich im Heli weggelassen, da das BEC 5,6V liefert.

Durch den Spannungsabfall über die Schutzdiode ist  die Versorgungsspannung für den Microcontroller 5,0V. Die Leiterplatte ist 41mm x 32mm groß. Ich kann vier Ausgänge schalten und 2 Eingänge auswerten. Angesteuert werden 3x Positionsleuchten (1x weiß - hinten, 1x rot - links, 1x grün -rechts), 2x Landescheinwerfer, 1x ACL unten und 1x ACL oben. Die ACL leuchten im Wechsel mit einem Doppelblitz, deshalb benötige ich dafür zwei Ausgänge.

Das Programm für den Microcontroller habe ich selbst geschrieben. Der Vorteil am Eigenbau ist, das ich mir die Funktionen nach meinen Wünschen anpassen kann.

DSC_0235

Auf diesem Bild sind die Positionsleuchten, die Landescheinwerfer und 1 ACL in Betrieb. Die ACL Leuchten haben zur besseren Lichtbrechung eine Fresnelllinse von der Firma “Das Musikding” erhalten.

Die Leuchtdioden habe ich von der Firma Völkner bezogen. Die Liste der bestellten Leuchtmittel finden Sie in der nebenstehenden Tabelle

Art.Nr.

 

Bauteil

Funktion

V371371

9000mcd 20mA 34°

LED grün 3mm

Position rechts

Q67980

3500mcd 20mA 34°

LED rot 3mm

Position links

Q67438

3400mcd 20mA 60°

LED 3mm weiß

Position hinten

Q67777

18000mcd 20mA 22°

LED weiß 5mm

Landescheinwerfer

Q10372

 

Reflektor 12mm

 

Q10393

 

Leuchtkappe

 

Q67908

10000mcd  20mA 20°

LED rot 5mm

ACL

Im März 2015 erfolgten die ersten Testläufe mit der Mechanik und später im Rumpf. Ich musste die Akkuhalterung und die Haube etwas modifizieren. Bei den Testläufen traten Geräusche auf. Die Ursache war der schleifende Motor an der Haube. Also zerschnitt ich den oberen Dom und verschob ihn um etwa 5 mm nach vorn. Der Spalt wurde zulaminiert, gespachtelt und anschließend geschliffen. Natürlich wurde die Haube neu lackiert.

In diesem Zuge bekam der Heli noch zwei Pilotenfiguren und ein Cockpit. Die Figuren wurden etwas angepasst und bemalt. Um den Schwerpunkt auszugleichen musste die Helinase mit ca. 70g Füllmaterial beschwert werden. Nun erfolgten weitere Testläufe.

CopterX

Rotorkopf von CopterX (nicht vollständig dargestellt)

Cockpit
Cloneparts

Rotorkopf von Cloneparts (nicht vollständig dargestellt)

Mit dem Rotorkopf von Cloneparts war leider kein Flug möglich, da der Blattspurlauf nicht stimmte und selbst die Blatthalter nicht auf einer Höhe liefen. Auf dem kurzen Video ist sehr gut zu erkennen was nicht in Ordnung ist. Dieser Punkt ist für mich nicht akzeptabel. Eine Reklamation akzeptierte der Händler Cloneparts nach ca. 1/2 Jahr nicht mehr, da der unruhige Lauf auch von einem Absturz (der Heli ist nie geflogen) stammen könnte. Deshalb entschloß ich mich den 4-fach Rotorkopf von CopterX zu bestellen. Dieser ist ohne Kopfdämpfung und optisch sehr schön. Im Vergleich zu dem Vorherigen ist er etwas filigraner. Die ersten Schwebeversuche sind abgeschlossen. Der Blattspurlauf ist in Ordnung. Beim Hochlaufen der Rotoren traten an der provisorischen Heckfinne bei ca. 1700 U/min Schwingungen auf. Anfang Juli 2015 erfolgte der nächste Probeflug mit Rumpf. Dank der neuen Heckrohrlagerung, welchen ich aus einem Rest der Standbox (von Staufenbiel) anfertigte, war das Modell absolut vibrationsfrei. Der erneute Erstflug war erfolgreich. Das Flugverhalten ist auf ROLL und NICK sehr direkt. An meiner MZ 24 Funke stellte ich einen Expowert von 50% ein. Später hatte ich ein Problem mit dem Heck. Es ließ sich nur noch einseitig bedingt steuern. Somit musste ich die Agusta etwas härter landen. Dabei brach das vordere Fahrwerk ab, der Heli kippte um und es waren wieder Reparaturen am Rumpf nötig. Einen Fehler habe ich leider nicht gefunden. Ein Rotorblatt hat die harte Landung auch nicht überlebt. Nach diesen Reparaturen flog der Heli absolut ruhig. Das Flugbild ist sehr schön. Am Ende des Artikels finden Sie ein paar Bilder vom 17.7.2015.

Der Empfänger ist die Empfangseinheit und FBL in einem. Der Vorteil von diesem Empfänger ist, das die Programmierung über die Telemetrie des Senders erfolgt. Der Empfänger übermittelt die eigenen Daten wie z.B. Höhe, niedrigste Empfängerspannung oder die aktuelle Empfängerspannung. Da ich noch eine Taumelscheibe von Align habe, benötigte ich noch eine Anpassung des Taumelscheibenmitnehmers. Zur Auswahl stand einen fünften Kugelkopf zu montieren oder den 4-fach Taumelscheibenmitnehmer von Microhelis (MH-450-TSM-MC) zu verwenden. Ich entschied mich für letzteres, da dann ein Taumelscheibenwechsel ohne Umbauten möglich ist. Allerdings musste ich in diesem Fall eine virtuelle Taumelscheibenverdrehung von +30° programmieren. Auf dem Bild rechts ist die Anlenkung des Rotorkopfes zu sehen. Dabei ist das parallel laufende  Gestänge gegenüber der Hauptrotorwelle sehr gut zu erkennen.

DSC01830

Des weiteren werden über den Telemetrieeingang (dadurch entfällt Kanal 9) die Daten des Reglers übertragen. Diese enthalten z.B. die Akkuspannung, Drehzahl, verbrauchte Kapazität vom Akku, Temperatur..... Der Regler ist auch über das Telemetriemenü zu programmieren. Alle Daten können überwacht werden und als Alarmmeldung über den Sender signalisiert werden. Über einen Schalter auf der MZ 24 lasse ich mir die gewünschten Werte ansagen. Auf dem Display können die Daten angezeigt werden. Bei der Ansage verliere ich den Sichtkontakt zum Modell nicht. Für eine nachträgliche genauere Auswertung werden die Telemetriedaten auf der internen Speicherkarte des Senders gespeichert. Die Auswertung der mitgeschriebenen Daten erfolgt mit dem Progamm “Dataexplorer”. Diese Auswertung ergab bei den Probeflügen eine Drehzahl von ca. 2300U/min. Ein Beispiel der Auswertemöglichkeiten können Sie beim 450iger Dominator sehen.

Probeflug am 17.7.2015 (ein Dank an den Fotografen Ingo vom Hummelflug)

DSC01884
DSC01893

Flug im Mai 2016 (ein Dank an den Fotografen Ingo vom Hummelflug)

DSC04064
DSC04034
DSC04119
[Home] [Modelleisenbahn] [Modellflug] [unterwegs entdeckt] [Links] [Kontakt] [Impressum]

Stand der letzten Änderung:

2. Juli 2018

Clublogo

MBC-Guben e.V.

Zist1 Logo

Zist1 Berlin Brandenburg

ZFI Logo
Hummelflug